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Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein

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Mehr Information zum Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein!

Das Freiland-Aquarium und -Terrarium ist ein Projekt der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg,gegründet 1801, einem der größten ehrenamtlichen naturwissenschaftlichen Vereine Deutschlands.
Herrlich gelegen im Steiner Naherholungsgebiet Rednitztal, lädt es zu einem Ausflug ein. Seit 85 Jahren können in den Terrarien und Aquarien heimische Reptilien, Amphibien, Fische und Pflanzen bestaunt werden. Die gezeigten Tiere leben sonst meist im Verborgenen und befinden sich alle auf der „Roten Liste“ der bedrohten Tierarten.

Höhepunkte im Jahresverlauf:
Mai - Ende der Winterpause
Erdkröten und Grasfrösche haben bereits gelaicht, die Reptilien genießen ihr wärmendes Sonnenbad, und der Feuersalamander fasziniert mit seinem schwarzgelben Muster große und kleine Besucher.

Juni - Botanischer Höhepunkt
Die Weiher-, Tümpel- und Sumpflandschaft ist ein Erlebnis für alle Sinne! Wasserpflanzen wie die seltene gelbe Teichrose oder die Schwanenblume blühen, und Schmetterlinge flattern über der üppigen Flora. In und auf den Weihern brodelt das Leben - die Brut der Laub-, Gras- und Wasserfrösche, der Kröten und Unken entwickelt sich, Libellen schlüpfen aus. Vielleicht haben Sie auch das Glück, die Landschildkröten bei der Eiablage beobachten zu können.

Juli - Die Aktivzeit der Reptilien
Wenn Sie Interesse an Reptilien haben, sollten Sie diese Zeit unbedingt zu einem Besuch nutzen. Wo sonst kann man so gut seltene Aufnahmen von heimischen Amphibien und Reptilien machen? Die schillernde Smaragdeidechse entdeckt man schnell, genauer hinsehen muss man, bis man sie entdeckt: die Aspisviper, eine der gefährlichsten Schlangen Europas. Unser „Wappentier“, der Laubfrosch, sitzt gerne ganz oben im Terrarium, oft klettert er sogar an der Glasscheibe hinauf.

August - Die Alternative im Sommerferienprogramm
Ein Spaziergang zwischen den Terrarien, verträumten Weihern und üppigen Pflanzen versetzt Sie in ein intaktes Naturparadies. Anregungen zur Gestaltung eines Kleinbiotops gibt es hier in Hülle und Fülle. Die Beobachtung unserer seltenen einheimischen Tiere im Freien, in den Aquarien oder unter den Mikroskopen ist eine schöne Abwechslung für Kinder in den Sommerferien. Die vielen Fragen, die dann gestellt werden, können anhand der Beschilderung neben den Terrarien oder durch unsere Ehrenamtlichen beantwortet werden.

September - letzter Öffnungsmonat
Obwohl die Tage bereits kürzer und die Nächte merklich kühler werden, schlüpfen erst jetzt die Eidechsen und Schlangen. Lassen Sie sich von unseren 25 Aquarien in die Unterwasserwelt heimischer Gewässer versetzen.


Umweltschutz:
Da wir besonders auf artgerechte Tierhaltung achten, leben alle unserer über 50 verschiedenen Tierarten ausschließlich in natürlich angelegten Aquarien, Terrarien oder Biotopen und werden von fachlich kompetenten Pflegern versorgt.
Durch unser Nachzuchtprogramm erhalten wir vom Aussterben bedrohte Tierarten wie beispielsweise die Europäische Sumpfschildkröte oder die Laubfrösche und viele mehr, bieten ihnen einen sicheren Lebensraum und leisten somit einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt in unserer Heimat.
Unsere Arbeit wurde gewürdigt. 1982 erhielt die Abteilung eine Medaille des Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen für "Verdienste um Schutz, Gestaltung und Vermittlung einer gesunden Umwelt", 1985 den Umweltschutzpreis der Stadt Nürnberg.

Aber auch um unsere Flora wird sich intensiv gekümmert. Wir kultivieren einheimische Sumpf- und Wasserpflanzen und pflegen in einem Kräutergarten heimische Heilkräuter und Gewürzpflanzen.




Historie:

Freilandanlage 1969


Die Aquarien- und Terrarienabteilung der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg ging 1907 aus der Zoologischen Sektion hervor. Sie errichtete 1911 zunächst in Nürnberg im Hof des Museums im Luitpoldhauses ein Freilandaquarium mit zwei Becken, das bis 1929/30 durch die Aufstellung von 45 Aquarien und 9 Terrarien zu einer permanenten öffentlichen Ausstellung ausgebaut wurde. Um die Tiere mit Futter zu versorgen, wurde 1925 ein Gelände zur Anlage von Futterweiher gesucht, das schließlich im Haselgraben, der zwischen Stein und Gerasmühle bei Neuwerk von Süden her in das Rednitztal einmündet, gefunden wurde (das 5400 m² große Freiland-Aquarium und -Terrarium bei Stein). Der Ausbau der Anlage erfolgte durch 9 Mitglieder der Abteilung, den "Tümpelpächtern", die von den Steinern ob ihrer Motive den Spitznamen "Flohzüchter" erhielten.
Da der Wunsch laut wurde, die Anlage zugänglich zu machen, wurde sie am 3. September 1927 erstmals für das Publikum geöffnet und die Aquarien und Terrarien zogen nach und nach um.
Nachdem in den drei aufeinander folgenden Jahren 1940, 1941 und 1942 vier Hochwasser schwere Schäden verursacht hatten, kam die Arbeit seit 1944 durch Kriegseinwirkung zum Erliegen.

Erst 1946/47 kamen Aufräum- und Reparaturarbeiten in Gang, um die durch Krieg und Naturgewalten bewirkten Schäden zu beheben. 1949 wurde die Anlage in den Sommermonaten bereits wieder von "hunderten" Besuchern besichtigt. Endgültig behoben waren die Kriegsschäden erst 1957. Auch dann aber nahmen die Arbeiten noch kein Ende. Schäden durch Vandalismus und Diebstahl oder durch Naturgewalten machten immer neue Reparaturen notwendig; am 18. 6.1963 verwüstete ein schwerer Wirbelsturm mit taubeneigroßen Hagelkörnern das Gelände in fünf Minuten derart, dass die Aufräum- und Reparaturarbeiten erst Ende 1964 abgeschlossen werden konnten. Auch ein mikrobiologischer Teil wurde jetzt angelegt. 1967 wurden bereits 15.309 Besucher in der Freilandanlage gezählt.
Auch in den folgenden Jahren waren immer erneute Arbeiten zu bewerkstelligen: Instandhaltung der Wege und Pflanzungen, Entschlammung der Weiher, Neu- und Umbau der Gebäude und Terrarien, Tierpflege. Die größten Vorhaben dieser Art waren der Neubau des Wirtschaftsgebäudes 1981 und des Aquarienhauses 1988. Immer wieder waren auch Rückschläge zu verkraften. Im Februar 1990 richtete die "Wilde Wiebke" verheerende Sturmschäden an, und 1996 wurde die Anlage Opfer einer Umweltkatastrophe. Ein oberhalb der Anlage in die Kanalisation geworfenes Schalbrett verstopfte den Kanal, so dass das hochkonzentrierte Abwasser über einen Überlauf in den Haselgraben geriet und die Anlage vergiftete. Über 90% der Wassertiere (Fische und Kleinlebewesen) kamen zu Tode. Bei der anschließenden Einrichtung technischer Vorkehrungen zur Verhinderung einer Wiederholung dieser Katastrophe leistete die Stadt Stein wertvolle Hilfe.

Die Zahl der Besucher an den Wochenenden der Öffnungszeit von Mai bis September ist heute auf ca. 35.000 angewachsen, zu denen noch ca. 120 Schulklassen und Gruppen hinzukommen.
2000 / 2001 erfolgten zahlreiche Instandsetzungsarbeiten: Wege wurden neu gepflastert, Bäume gefällt, die Terrariensockel ausbessert, Weiher ausgehoben. 2002 wurde ein neues Eingangstor und 2003 neue Toiletten errichtet. Am 5 Juni 2003 ergoss sich ein sintflutartiger Regen über Stein. Die Wiese hinter dem rückwärtigen Damm wurde zum Stausee. Als der Damm brach, lief eine 2 Meter hohe Flutwelle über die Anlage: Aquarien zerbrachen, der Brunnen verunreinigt und 18 Sumpfschildkröten wurden mitgerissen. Die meisten davon wurden jedoch von den Findern wieder zurückgebracht. Als Folge wurde 2004 ein Wasseranschluss gelegt und ein neuer Damm errichtet. Auch im weiteren Verlauf musste immer wieder was gegen Hochwasser getan werden, auch 2008 gab es wieder eines. 2009 erfolgten Arbeiten am Bachbett um Schäden bei weiteren Hochwassern einzudämmen.


Info

Unsere Öffnungszeiten

Vom 1. Mai
bis 30. September

An allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen
von 9 bis 18 Uhr